17. Berliner Bauschadenstag: Typische Mängel und Schäden bei nachträglicher Wärmedämmung

Maßnahmen zur nachträglichen Wärmedämmung stehen bekanntermaßen bei der energetischen Sanierung an vorderster Stelle. Deren Treiber sind steigende Energiekosten, politische Vorgaben – wie Klimaschutz, CO2-Reduktion, neuerdings auch die Verringerung der Abhängigkeit von Energieimporten – die schrittweise erhöhten Anforderungen in den zurückliegenden EnEV-Novellen, erhöhte Ansprüche an Behaglichkeit und Innenraumhygiene und der ohnehin bestehende regelmäßige Sanierungsbedarf durch die begrenzte Nutzungsdauer von Bauteilen und Baustoffen.

Auditorium beim 17. Berliner Bauschadenstag

Auditorium beim 17. Berliner Bauschadenstag (Quelle: B+B BAUEN IM BESTAND/Gregor Reichle)

Vor diesem Hintergrund veranstaltete die Fachzeitschrift B+B BAUEN IM BESTAND am 29. September den 17. Bauschadenstag in Berlin, um anhand typischer Schadensbilder an unterschiedlichen Bauteilen aus der Praxis aufzuzeigen, wie Mängel und Schäden bei nachträglicher Wärmedämmung frühzeitig erkannt und möglichst vermieden werden können.

Dr. Bodo Buecher erläuterte den etwa 50 anwesenden Planern, Ausführenden, Objektbetreuenden der Immobilienwirtschaft und Sachverständigen anhand zahlreicher Lösungen für einbindende Bauteile, Fensteranschlüsse, Fensterbänke und Sockelbereiche, wie bei sorgfältiger Detailplanung und fachgerechter Ausführung Wärmedämm-Verbundsysteme sicher eingesetzt werden können. Besonderen Wert legte er auf die Notwendigkeit der baubegleitenden Kontrolle, etwa der geeigneten Grundierung oder des ausreichenden Klebeflächenanteils, um aufwändige Nacharbeiten zu vermeiden.

Bauschadenstag Referent Dr. Bodo Buecher

Dr. Bodo Buecher (Quelle: B+B BAUEN IM BESTAND/Gregor Reichle)

Bauschadenstag Referent Martin Giebeler

Martin Giebeler (Quelle: B+B BAUEN IM BESTAND/Gregor Reichle)

Herr Dipl.-Ing. (FH) Martin Giebeler ging anschließend auf die aus mangelnder Luftdichtheit, Befeuchtung von Holzbauteilen sowie Durchfeuchtung von Dämmschichten resultierenden typischen Schäden bei der Wärmedämmung von Dächern und Dachböden ein und gab Tipps zum Eingrenzen der fallspezifischen Ursachen.

Bauschadenstag Referent Jürgen Gänsmantel

Jürgen Gänsmantel (Quelle: B+B BAUEN IM BESTAND/Gregor Reichle)

Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Gänßmantel widmete sich den Vor- und Nachteilen der Innendämmung und forderte eine ganzheitliche Betrachtung des Themas, um eine schadensfreie Innendämmung zu erreichen. Wie bei der Außendämmung mit WDVS mahnt auch er zu besonderer Sorgfalt bei Anschlussdetails im Bereich Laibungen und einbindender Bauteile, gerade bei zunehmend besserer Dämmung der Wandflächen.

RA Michael Arneburg empfahl den anwesenden Planern und Ausführenden in seinem intensiv diskutierten Schlussvortrag über Haftungsrisiken bei der nachträglichen Wärmedämmung eindringlich, ihre Auftraggeber auf Risiken einer Funktionsbeeinträchtigung der Wärmedämmung bei Verwendung eines WDVS auf Polystyrol-Basis hinzuweisen. Demnach belehrt und aufgeklärt stehe der Auftragnehmer dem Auftraggeber gegenüber dann nicht in der Haftung für entsprechende Sachmängel.

Bauschadenstag Referent RA Michael Arneburg mit Vortragsfolie