18. Berliner Bauschadenstag: Bauwerksdiagnostik: Feuchteschäden – erkennen, untersuchen und bewerten

Die überwiegende Anzahl von Schäden an Gebäuden ist direkt oder indirekt auf das Einwirken von Wasser zurückführen. Sei es durch Wasser von außen (Dach, Fassade), von unten (erdberührte Bauteile) oder von innen (Leckagen, Undichtigkeiten, überhöhte Luftfeuchte). In allen Fällen ist Eile geboten, den Schaden und seine Ursache zu lokalisieren und zu bewerten, um weitere Folgeschäden zu vermeiden und geeignete Sanierungsmethoden zu entwickeln.

Teilnehmer beim Bauschadenstag

Teilnehmer beim Bauschadenstag (Quelle: B+B BAUEN IM BESTAND, G. Reichle)

Mit Praxisbeispielen, konkreten Problemlösungen und Handlungstipps aus dem technischen und rechtlichen Bereich vermittelte der von der Fachzeitschrift B+B BAUEN IM BESTAND veranstaltete 18. Berliner Bauschadenstag am 28.9.2015 hierfür wichtige Kenntnisse. Fachvorträge anerkannter Experten und ein erstmals durchgeführtes Messpraktikum ermöglichen den rund 50 Teilnehmern, die Bedeutung und Ursache eines Schadens künftig besser einzuschätzen und zweckmäßige Maßnahmen zur Instandsetzung und Schadensvermeidung abzuleiten.

Gunter Hankammer beim Vortrag

Dipl.-Ing. Gunter Hankammer (Quelle: B+B BAUEN IM BESTAND, G. Reichle)

In seinem Eröffnungsvortrag „Bauteil- und baustoffabhängige Bauwerksdiagnostik bei Feuchteschäden“ gab Dipl.-Ing. Gunter Hankammer Hilfestellungen für die Auswahl des jeweils optimalen Diagnoseverfahrens. Gleichzeitig zeigte er auch die Grenzen des jeweiligen Verfahrens auf, damit Mess- oder Bewertungsfehler vermieden werden können.

Dr. Trautmann beim Vortrag

Dr. Trautmann (Quelle: B+B BAUEN IM BESTAND, G. Reichle)

Dr. rer. nat. Christoph Trautmann zeigte anschließend anhand von Fallbeispielen die passende Vorgehensweise bei der Schimmelpilzanalytik auf, um mit der richtigen Probenahme überhaupt die Voraussetzungen für ein richtiges Sanierungskonzept zu schaffen.

Dr. Huckfeldt beim Vortrag

Dr. Huckfeldt (Quelle: B+B BAUEN IM BESTAND, G. Reichle)

Das Referat „Hausschwamm und andere holzzerstörende Pilze – schnell und sicher erkennen“ von Dipl.-Biol. Dr. rer. nat. Tobias Huckfeldt illustrierte mit zahlreichen Bildern und anhand von Schadensschwerpunkten, wie Schäden durch Hausfäulepilze und ihre Ursachen fachgerecht und bereits frühzeitig erkannt werden können.

Dr. von Wietersheim beim Vortrag

Dr. von Wietersheim (Quelle: B+B BAUEN IM BESTAND, G. Reichle)

Über die rechtlichen Aspekte bei der Sanierung von Feuchteschäden informierte der Schlussvortrag von RA Dr. Mark von Wietersheim. Konkret ging es um Fragestellungen wie: Was ist zu beachten, wenn mehrere Gewerke betroffen sein können und die Schadensursache nicht klar zuzuordnen ist? Welche Prüf- und Hinweispflichten haben Unternehmer bei mangelhaften Vorleistungen anderer Unternehmen? Wer trägt das Prognose-Risiko, ob eine Maßnahme erfolgreich ist oder nicht? Wer trägt die Kosten der Schadensermittlung, der Schadensbeseitigung und ihrer Planung?

Teilnehmer beim Messpraktikum

Teilnehmer beim Messpraktikum (Quelle: B+B BAUEN IM BESTAND, G. Reichle)

In den Pausen konnten die Teilnehmer die Bestimmung der Materialfeuchte praktisch erproben. Anhand praktischer Versuchsaufbauten konnten die Möglichkeiten und Grenzen des Leitfähigkeitsmessverfahrens an Hölzern gezeigt werden. Im Vergleich wurden das CM-Verfahren zur Belegreifemessung und das Ausgleichsfeuchteverfahren im Bohrloch nebeneinander gestellt. Und es wurde dargestellt, wie sich die Ausgleichsfeuchtemessung, etwa bei der Bewertung einer Estrich-Dämmschicht, sinnvoll nutzen lässt.