19. Bauschadenstage: Modernisierung von Fertighäusern der 60er bis 80er Jahre

Fertighäuser im Bestand – Sanierung, Modernisierung oder Abbruch?

In den 1960er bis 1980er Jahren gebaut waren Fertighäuser einst ihren konventionell errichteten Pendants in Sachen Wärmeschutz deutlich überlegen. Von heutigen Standards sind sie jedoch weit entfernt. Hinzu kommt häufig eine erhebliche Belastung durch Gerüche und Schadstoffe aufgrund der damals üblichen Verwendung von asbesthaltigen Materialien, Chlornaphthalinen, Formaldehyd, Lindan, Pentachlorphenol (PCP), Polychlorierten Biphenylen (PCB).

Die 19. Bauschadenstage am 19./20. September in Fulda widmeten sich den sich hieraus ergebenden Herausforderungen bei der Sanierung und Modernisierung der ca. 400.000 im genannten Zeitraum bundesweit errichteten Fertighäuser in Holzbauweise. Kenntnisse zu charakteristischen Bauteilaufbauten und Anschlussdetails, zur Identifikation typischer Schwachstellen sowie Geruchs- und Schadstoffbelastungen, geeignete Vorgehensweisen, Analysemethoden, Sanierungsmaßnahmen bis hin zu Orientierungswerten für Kosten und Richt- bzw. Gefahrenwerte für Geruchs- und Schadstoffbelastungen standen im Mittelpunkt.

Werksbesichtigung bei BienZenker: Ein Highlight am ersten Veranstaltungstag der diesjährigen Bauschadenstage war eine Führung durch eine aktuelle Fertighausproduktion.

Werksbesichtigung bei BienZenker: Ein Highlight am ersten Veranstaltungstag der diesjährigen Bauschadenstage war eine Führung durch eine aktuelle Fertighausproduktion.

Dabei zeigte sich, dass trotz serieller und nur in geringem Maße individueller Fertigung, selbst bei Fertighäusern desselben Herstellers und Produktionsjahrs, eine gebäudebezogene Vorgehensweise mit Bestandsanalyse und ggf. vorgelagerter Schadstoffuntersuchung notwendig ist. Denn, weder sind pauschale Aussagen zweckmäßig, wie „alle Fertighäuser der 1970er Jahre gehören abgerissen“ oder „mit einer geeigneten Lüftungsanlage ist das Problem der Geruchs- und Schadstoffbelastung lösbar“, noch sind Sanierungserfolge im Voraus generell zu gewährleisten. Neben den bautechnischen Herausforderungen sollte zudem das verfügbare Budget des Eigentümers und die Disposition der Nutzer maßgeblich in die Entscheidungsfindung über eine Sanierung bzw. Modernisierung einfließen oder gar der Abriss mit anschließendem Neubau eines Fertighauses erwogen werden. Auf ein noch wenig beachtetes Gefährdungspotenzial bei älteren, aber auch neueren, Fertighäusern wies Dr. Maraun vom ARGUK-Umweltlabor in seinem Abschlussvortrag hin: Die Emission der sog. „Holzsäuren“ (Ameisen- und Essigsäure) aus Pressspan- oder MDF-Platten, die möglicherweise mehr am Auftreten von Schleimhautreizungen beteiligt sind, als bisher angenommen. Daher sollte die Bestimmung von Ameisen- und Essigsäure bei keiner Schadstoffuntersuchung fehlen.

Der nächste Bauschadenstag findet am 22. März 2017 im Mercure Hotel Moa in Berlin statt.

18. Berliner Bauschadenstag: Bauwerksdiagnostik: Feuchteschäden – erkennen, untersuchen und bewerten

Die überwiegende Anzahl von Schäden an Gebäuden ist direkt oder indirekt auf das Einwirken von Wasser zurückführen. Sei es durch Wasser von außen (Dach, Fassade), von unten (erdberührte Bauteile) oder von innen (Leckagen, Undichtigkeiten, überhöhte Luftfeuchte). In allen Fällen ist Eile geboten, den Schaden und seine Ursache zu lokalisieren und zu bewerten, um weitere Folgeschäden zu vermeiden und geeignete Sanierungsmethoden zu entwickeln. Weiterlesen

17. Berliner Bauschadenstag: Typische Mängel und Schäden bei nachträglicher Wärmedämmung

Maßnahmen zur nachträglichen Wärmedämmung stehen bekanntermaßen bei der energetischen Sanierung an vorderster Stelle. Deren Treiber sind steigende Energiekosten, politische Vorgaben – wie Klimaschutz, CO2-Reduktion, neuerdings auch die Verringerung der Abhängigkeit von Energieimporten – die schrittweise erhöhten Anforderungen in den zurückliegenden EnEV-Novellen, erhöhte Ansprüche an Behaglichkeit und Innenraumhygiene und der ohnehin bestehende regelmäßige Sanierungsbedarf durch die begrenzte Nutzungsdauer von Bauteilen und Baustoffen. Weiterlesen